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2018 wurde der „Hessische Verlagspreis" vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst erstmals ausgelobt.

Der Preis wird jährlich vergeben und beinhaltet einen Hauptpreis, der mit 15.000 EUR sowie einen Sonderpreis, der mit 5.000 EUR dotiert ist.

Für den Hauptpreis bewertet werden die Verlagsstrategie und das Gesamtprogramm, nicht einzelne Bucherfolge oder bekannte Autoren. Für den Sonderpreis finden einzelne Komponenten eines Verlagsprogramms Beachtung.

Die Ausschreibung richtet sich bewusst an alle Verlagssparten: Belletristik, Lyrik & Sachbuch, Fachbuch & Wissenschaft sowie Kunst- & Regionalbuch.

Bewerben können sich alle konzernunabhängigen Verlage mit Firmensitz in Hessen, deren jährlicher Umsatz unter 2 Mio. Euro liegt.

Der Verlagspreis ist Teil einer Initiative zur Verlagsförderung des Landes Hessen und des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels Landesverband Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland e.V., und verfolgt das Ziel, die kulturelle Vielfalt der Verlage in Hessen zu würdigen, sie zu unterstützen und zu erhalten.

Außerdem sollen mit ihm die Verbreitung und der Vertrieb von Büchern gefördert und die komplexe und herausfordernde Verlagsarbeit in einer anspruchsvollen Phase sämtlicher Digitalisierungsaktivitäten in den Mittelpunkt gestellt werden.

Bewerbungsschluss war der 24.04.2020.

Die Bewerbungsunterlagen 2020:

Eine unabhängige Jury entscheidet über die Vergabe der beiden Preise, die im Rahmen einer Feierstunde von Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn verliehen werden.

Preisträger 2020

Hauptpreis: Verlag Vittorio Klostermann, Frankfurt am Main

Aus der Begründung der Jury:

„ … Bücher, die bei Vittorio Klostermann erscheinen, sind keine kurzlebige Saisonware, sondern ein Kulturgut, das auf lange Zeit lieferbar gehalten wird. Zurzeit sind es 1.600 Titel. Deshalb binden sich Autoren und Autorinnen nicht selten mit allen ihren Publikationen an den Verlag, von dem sie die bestmögliche Betreuung ihrer Arbeiten erwarten dürfen.
Immer wieder sorgen Bücher aus dem Verlag für intensive und gelegentlich auch kontroverse Diskussionen unter Wissenschaftlern und in den wichtigsten deutschen Feuilletons.
Mit seinen Büchern leistet der Verlag von Vittorio Klostermann einen wesentlichen Beitrag zur deutschen Geistesgeschichte und ist selbst ein Teil davon geworden.“

Sonderpreis: gutleut verlag, Frankfurt am Main

Aus der Begründung der Jury:

„ … In zahlreichen Reihen mit über 100 Publikationen – die meisten davon Lyrikbände – stellt der gutleut verlag Saison für Saison unter Beweis, dass die Liebe zur Sprache und die Liebe zum Produkt „Buch“ im Frankfurter Bahnhofsviertel gleichermaßen ausgeprägt sind.
Die Bücher beeindrucken nicht nur durch die inhaltliche Qualität und bieten Debütanten wie arrivierten Größen der deutschsprachigen Lyrik Raum für Publikationen – vor allem sind diese Bände auch in ihrer außergewöhnlichen Gestaltung Kunstwerke, die es unbedingt zu entdecken gilt.„

Preisträger 2019

Hauptpreis: Schöffling & Co., Frankfurt am Main

Aus der Begründung der Jury:

„Mit Schöffling & Co. aus Frankfurt ehrt die Jury ein Unternehmen, das vorbildlich zeigt, wie man sich als literarischer Verlag erfolgreich auf einem immer schwierigeren Buchmarkt behauptet. Seit seiner Gründung legt man bei Schöffling Wert darauf, das eigene Programm so zu gestalten und die eigenen Geschäfte so zu führen, wie man selbst es will. Klaus Schöffling, seine Frau Ida und ihre Mitarbeiter setzen nicht nur auf die Veröffentlichung einzelner Bücher, sondern auf das ganze Werk der Autoren des Verlags. Diese binden sie gerne so lange wie möglich an sich. Schöffling denkt zudem nicht nur in Romanen, sondern veröffentlicht auch Erzählungen und Gedichtbände. …“

Sonderpreis: Mabuse-Verlag, Frankfurt am Main

Aus der Begründung der Jury:

„Mit dem Frankfurter Mabuse-Verlag zeichnet die Jury einen Fachverlag aus, der in den Jahren nach 1976 Schritt für Schritt aus einer Zeitschrift kritischer Frankfurter Medizinstudenten hervorgegangen ist. Sie wird bis heute als Zweimonatsschrift weitergeführt. Im Laufe der Verlagsgeschichte kamen zahlreiche Buchveröffentlichungen zu immer mehr Gesundheitsthemen wie Pflege und Demenz hinzu. Die Monographien, medizingeschichtlichen Werke, Erfahrungsberichte und Reihen des Verlags widmen sich Krankheiten und Notsituationen, die auf dem Buchmarkt sonst oft im bloßen Ratgeber enden, mit einem ganz eigenen Blick, der medizinisches Personal zu kritischer Sorgfalt und Patienten zur Mündigkeit ermuntern will. ...“

Preisträger 2018

Hauptpreis: Rotopol, Kassel

Aus der Begründung der Jury:

„Mit Rotopol aus Kassel ehrt die Jury einen Verlag mit einer ganz besonderen Ausrichtung, einer außerordentlich klaren Vorstellung vom eigenen Tun und bemerkenswertem Durchhaltevermögen. Das vor zwölf Jahren gegründete […] Unternehmen setzt auf grafische Erzählformen und bringt Bücher zwischen Comic und Illustration heraus. Sein ungewöhnliches Geschäftsmodell kreist um die Werkstatt und Ladengalerie des Verlags, setzt auf eine möglichst enge Zusammenarbeit mit den Autoren und sucht mit regelmäßigen Veranstaltungen die Nähe zum Kunden. Rotopol verbindet Verlegerisches, Künstlerisches und Marketing in gekonnter Weise. …“

Gründerpreis: Büchner-Verlag, Marburg

Aus der Begründung der Jury:

„Mit dem Marburger Büchner-Verlag zeichnet die Jury ein Verlagshaus aus, das vier abenteuerlustige Angestellte eines anderen Unternehmens […] übernommen haben. Mit Mut und Tatkraft haben sie sich selbständig gemacht und einen Verlag erworben, den sie eigenen Vorstellungen gemäß umgestalten wollen. In kurzer Zeit ist es Ihnen gelungen, dem Programm ein geschärftes Profil zu geben. Mit der Zuerkennung des Gründerpreises ehrt die Jury neben dem beherzten Bekenntnis der vier zur Zukunft der Buchbranche auch den Rückgriff auf das altehrwürdige, von den neuen Besitzern wiederentdeckte genossenschaftliche Betriebsmodell des Verlags.“